baumbeet





Und jedesmal denke ich: sich hier direkt zu beteiligen wäre einen Versuch wert. Mit viel Mühe werden Hügelbeete aus sorgfältig geschichteten, mit Erde vermischten Holz aufgehäuft und hier, der alte Apfelbaum, wird langsam aber sicher von allerlei winzigen Lebewesen zersetzt, besiedelt und endet zum Schluß als Humus.
Warum also nicht in diesen Prozess einsteigen, ihn vielleicht ein bißchen steuern und modifizieren um so, während der Verwandlung des alten Baumes, Nutzen für uns Menschen zu erzeugen. Die Grundidee ist mit und um den alten Apfelbaum herum ein Beet anlegen.
Und so sieht er aus:
Schon etwas fertig durchs Anmodern. Aber genau das soll er ja weitermachen.
Ich werde also versuchen, aus dem dickeren Ast eine lange Mulde herauszuarbeiten in die dann Erde und Pflanzen hinein können. Es geht also munter weiter mit einer scharfen Holzhacke.
Der Versuch, es ausschließlich mit der Hacke auszuhöhlen zu scheiterte dann doch an der Festigkeit des Holzes. Also die Säge geschnappt und mit Elan ein paar Schnitte gemacht.
Das Knarzen und Knacken der Hacke wurde trotz der Schnitte doch langsam bedenklich. Die Vorstellung, gleich noch einen neuen Stiel spendieren zu müssen, ließ mich als ultimatives Werkzeug zu 2 Keilen greifen mit denen es dann auch super weiterging.
Durch diese Bearbeitung wird eine super Maserung freigelegt. Wäre das Ziel nicht ein anderes, hätte man hier noch tolles Holz für eine Schale.
Allerdings sieht man hier auch an vielen Stellen warum der Baum umgefallen ist. Viele Stellen sind wie Pulver.
Nun werden mit der Säge noch ein paar Längsschnitte gemacht und alles Grobe durch Keile und im Detail mit einem Stemmeisen ausgehöhlt.
Und weils so schön war, gleich im Kleinen noch einmal. Ein Mini-Hochbeet für zwei Salatköpfe oder ein paar Blumen.

So - das waren die Vorbereitungen für einen Apfelbaum-Pflanztrog mit kleiner, eingebauter Pflanzschale. Nun müssen nur noch Erde und ein paar Regenwürmer rein und im Frühling lassen wir uns dann überraschen.
Für den anderen großen Ast stelle ich mir ein kleines Rank- und Klettergerüst vor. Dazu werde ich ein paar Löcher durchbohren und dickere Weidenzweige rein- und durchstecken. Meine Erfahrungen mit dem Wurzeln von Weiden sind sehr positiv, so daß ich glaube, ein paar lebendige Rankstangen zu erhalten. Natürlich könnte man die Zweige auch schnell in die Erde stecken. Doch das wäre viel zu einfach und mit dem Durchstecken durch die gebohrten Löcher erhalte ich zusätzliche Stabilität der Weidenzweige und brauch auch nicht um die Teile herumzuharken, weil sie ja direkt im Apfelbaum sind.
An einer Seite ist noch ein Knubbel im Zweig. Nun kommt die letztens aus Wildholz gebaute Schnitzelbank und ein Rindenhobel zum Einsatz.
Zwei Weidenstöcke und ein Haselnussstock werden in die vorbereiteten Baum- und Erdlöcher gesteckt - und fertig.

Hier sieht man noch gut wie die Weiden durch das Holz in die Erde gehen.

Nur wird mit dem Kultivator die Erde rundherum gelockert und von Steinen befreit.



So- nun wird das Holz und angefallenes Grünzeug geshreddert und zusammen mit Erde in die Holzmulden gefüllt. Beim Besorgen der Erde werde ich darauf achten, daß möglichst viele Regenwürmer mit in den Baum kommen. Anschließend wird die grob kultivierte Erde, die um den Baum herum, mit gehäckselten Ästen des alten Baumes abgedeckt, damit sich das Bodenleben auch in den kommenden kalten Tagen gemütlich wohl fühlt und es schön warm hat. Durch die gehäckselten Äste des Baumes wird der Erde ein möglichst großer Teil wieder zurückgegeben.


Jetzt kommt die Erde rein.

Nun wird die Erde im Baum noch mit Gehäckseltem abgedeckt.


Das wars. Jetzt kann der Winter kommen. Und im Frühjahr wird dann gepflanzt.
